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Handwerker und fit in der Bibel

„Ein Volk das Bäume fällt, schreibt nicht“, so beurteilte ein Theologe die Richterzeit und stellte damit die These auf, dass das Buch der Richter aus einer längeren Zeit der mündlichen Überlieferung irgendwann einmal einzelne Geschichten aufgeschrieben wurden, die jemand dann einsammelt und so zusammenstellt, bis sie in sein Schema passten, dass es ohne König nicht gut für ein Land ist. Dieser gute Mann irrt sich. Als Gideon einen Knaben aus der Stadt Sukkot fing, konnte dieser gewöhnliche Junge ihm 77 Namen aufschreiben(Ri. 8,14).


Warum konnte dieser Junge schreiben? Auch wenn wir seine persönliche Geschichte nicht kennen, liegt es am Wort Gottes. Gott hatte seinem Volk sein Wort in Schriftform gegeben. Er schrieb die zehn Gebote selber auf und Mose schrieb das ganze restliche Gesetzbuch auf, dass sind die fünf Bücher Mose. Dazu verbot Gott seinem Volk Götzenbilder zu machen. So lernten viele Israeliten lesen und schreiben, damit sie Gott dienen konnten.


Die umliegenden Völker mit ihren Götzen und Götzenpriestern brauchten gar nicht zu lesen sie feierten ihre Götzenfeste und stellten sie zu Hause auf, so hatten sie ihren „Gottesdienst“. Schon über 100 Jahre vor Luther zog ein gewisser Petrus Waldes predigend durch das Land und predigte das reine Wort Gottes in der Landesprache und viele Leute bekehrten sich. Zu seiner Zeit wurde in den Kirchen nur in Latein gepredigt. Es durfte auch nur der Priester predigen und nur in der Kirche.


Als Luther sich dann bekehrte, war es ihm ein Anliegen, dass jeder aus dem Volk die Bibel in seiner Sprache hören und lesen sollte. Nur kostete damals leider eine Bibel so viel wie ein Auto. Erst über hundert Jahre später gelang es durch die Vereinfachung der Drucktechnik die Bibel im Wert von einem Paar Schuhe zu verkaufen.

Und die Bibel wurde mit Heißhunger gekauft. Jetzt lasen nicht nur die Priester, Mönche und Theologen die Bibel, sondern jedermann. So kam es, dass auch einfache Kesselflicker wie John Bunyjan zu einem echten „Theologen“ wurde, der nie eine Universität besucht hatte. Auch in unserer Zeit sieht es nicht anders aus. Ich kenne einen Bruder, der eine Ausbildung nur zum „Traktorist“ hinter sich hat, da er aber jedes Jahr das Neue Testament sechs Mal und das Alte Testament zweimal durchließt gehört er ohne Zweifel zu den großen „Theologen“ unserer Zeit obwohl er keine Bibelschule und Universität besucht hat.


Vielleicht bist du „nur“ ein Handwerker. Aber bedenke du bist ein Christ. Gott hat sich dir in seinem Wort offenbart. Mit deinem Gott willst du die ganze Ewigkeit verbringen. Deshalb solltest du sein Wort lesen, es verschlingen und es lieben. Bibellesen bedeutet für ein Kind Gottes nicht Wissen ansammeln, sondern Gott kennenzulernen, eine Beziehung zu ihm aufzubauen und die Liebe zu ihm zu stärken.


Und dann sollen wir Prediger haben, in jedem Haus, auf jeder Baustelle, an jedem Arbeitsplatz und an jedem Ort wo die Kinder Gottes gerade unterwegs sind.


Wir sind Bibelleser, wir lieben die Bibel und wir wollen Bibelkenner und Verkündiger der biblischen Botschaft durch Wort und Tat sein.


Ließ die Bibel bet` jeden Tag, dass du wachsen kannst.


„Und eine gottesfürchtige Frau namens Lydia, eine Purpurhändlerin aus der Stadt Thyatira, hörte zu; und der Herr tat ihr das Herz auf, sodass sie aufmerksam achtgab auf das, was von Paulus geredet wurde.“ Apostelgeschichte 16,14

Hans Tiessen

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