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Ruht ein wenig

Und die Apostel versammelten sich bei Jesus und verkündeten ihm alles, was sie getan und was sie gelehrt hatten. Und er sprach zu ihnen: Kommt ihr allein abseits an einen einsamen Ort und ruht ein wenig! Denn es waren viele, die gingen und kamen, und sie hatten nicht einmal Zeit zu essen. Und sie fuhren allein zu Schiff an einen einsamen Ort. Markus 6,30-32

Das Markusevangelium berichtet uns von der Aussendung der Jünger zum Dienst und wie sie zu ihrem Herrn Jesus heimgekommen waren. Voller Freude müssen sie zu ihrem Meister zurückgekehrt sein und berichteten davon, was Gott durch sie gewirkt hatte. Der Dienst für den Herrn kostet Zeit, Kraft und oftmals auch Gesundheit. Wie schön berichtet uns das Evangelium, dass der Herr Jesus selbst sich um die Jünger kümmert und ihnen Zeit für das Essen und Erholung schenkt. Einfach zur Ruhe kommen, das Essen zu genießen und Gemeinschaft mit dem Herrn zu haben muss für die Jünger nach den ganzen Strapazen herrlich gewesen sein.


Wie bei den Jüngern verhält es sich auch in unserem Leben. Der Alltag in der Gemeinde und Familie kosteten uns Energie im Dienst für den Herrn und untereinander. Da tut doch eine Pause gut, wo wir neue Kräfte sammeln und uns auf die nächsten Aktivitäten fokussieren können. Gerade die Sommermonate bieten uns gute Gelegenheiten sowohl in der Gemeinde als auch in den Familien ein wenig zu Ruhen. Hier erinnere ich mich an den siebten Tag der Schöpfung an dem Gott ruhte von allen seinen Werken. Das Ruhen hat Gott selbst in die Schöpfung hineingelegt. Doch können wir in unsrer Zeit noch zur Ruhe kommen?


Gerade die Sommerfreizeiten der Kinder, Jungschar und Jugend kosten die Verantwortlichen, Gruppenleiter und Kochpersonal viel Zeit und Energie. Hinzu kommen viele weitere Dienste, die von beteiligten Geschwistern getan werden. Hier stellt sich die Frage: „Wie kommen wir in einer betriebsamen Zeit zur Ruhe?“. Dabei müssen wir beachten, dass wir uns noch nicht zur vollen Ruhe setzen müssen. Es lautet in der Aussage Jesu „ruht ein wenig“.



Hier sollen uns einige Grundsätze aus der Bibel behilflich sein:

  • Elia ein Prophet Gottes hatte nach anstrengendem Dienst im Eifer für den Herrn geschlafen, gegessen und Wasser getrunken (1Kön 19,5-8). Hier sammelte er Kraft für neue Dienstaufgaben. Schlafen, Essen und Trinken sind Grundbedürfnisse unseres Körpers und kommen im Dienst mitunter zu kurz.

  • Auch die Pflege der zwischenmenschlichen Gemeinschaften in Gemeinde und Familie begünstigen Erholung und ergeben zusätzlich Möglichkeiten geistlicher Gespräche, die oft zu knapp kommen (Lk 5,29; 11,37). In diesen können wir uns gegenseitig stärken und auch Themen anschneiden, die Zeit benötigen. Entweder am Tisch oder beim Spaziergang dürfen wir uns endlich Zeit für gründliche Kommunikation nehmen, die uns gegenseitig im geistlichen Leben hilft, erbaut und stärkt.

  • Von Jesus Christus lernen wir zusätzlich die Ruhe im Gebet. Immer wieder lesen wir davon, dass er sich bewusst Zeit nahm und in der Einsamkeit durch das Gebet auf neue Aufgaben vorbereitete (Mk 1,35; 14,23; Lk 5,16; 6,12). Auch wir müssen im Gebet vor Gott zur Ruhe kommen und uns von ihm neue geistliche Kraft für zukünftige Dienste erbeten. Das Gebet ist ein Grundbedürfnis unsere Seele und Dienst an Gott und Menschen erfordert diese Gemeinschaft mit Gott. Unsere Seele muss sich nach Gott durch Gebet und Bibellesen ausrichten. Auch ein gutes geistliches Buch kann uns darin eine Hilfe sein. Es darf aber niemals die erstgenannten Angelegenheiten ersetzen.

Das Markusevangelium informiert uns auch, dass Jesus und seine Jünger mit dem Schiff an einem einsamen Ort fuhren. Diese einsamen Orte sind uns in den Freizeiten und Familienurlauben ebenfalls gegeben und wir dürfen gerade hier diese drei Grundsätze praktizieren. Es wäre wundervoll, wenn die Kinder, Jungschar, Jugend und Erwachsene sich nach den Ferien in der Gemeinde eintreffen und mit neuer und frischer Kraft dem Herrn dienen. Nach dem Dienst ist oft auch vor dem Dienst. Unser ganzes Leben soll ein Dienst für Gott sein.


Auch die kommende Zeit möchten wir unter dem Bewusstsein der Gegenwart Gottes erleben und uns an ihm ausrichten. Dabei dürfen wir die von Gott gescheckte Zeit sinnvoll nutzen und uns Zeit für Ruhe, Gemeinschaft untereinander und in geistlicher Hinsicht mit dem Herrn einrichten. Die Belastungen des Alltags in Gemeinde und Familie werden uns Energie kosten, doch mit Gottes Hilfe und Kraft möchten wir in die Zukunft blicken und die Herausforderungen unseres Lebens bewältigen.

Im HERRN verbunden Rudolf Fröse


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