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Auf der Rennbahn

Liebe Gemeinde, liebe Leser!

Der bekannte Buchautor und Prediger John Bunyan hat einmal das Leben des Christen als eine Pilgerreise dargestellt. Ausführlich beschreibt er die Etappen und Lebensumstände, denen ein Christ auf seiner Reise zur himmlischen Heimat begegnet. Der Apostel Paulus greift zu einem ähnlichen Bild und vergleicht das Christ sein wie folgt:

Wisst ihr nicht, dass die, welche in der Rennbahn laufen, zwar alle laufen, aber nur einer den Preis erlangt? Lauft so, dass ihr ihn erlangt! 1.Kor. 9,24

Ich erinnere mich an dieser Stelle an eine Karikatur, die das Leben vieler Weltmenschen darstellt: Es läuft ein Mensch die Taschen voller Geld einen Weg entlang. Im Laufen schnappt er nach umherfliegenden Scheinen und verliert gleichzeitig bei seinen Bemühungen wieder einen beträchtlichen Teil des Gesammelten. Und das alles, nur um festzustellen, dass am Ziel des Weges ein Grab für ihn ausgehoben ist. An diesem ist ein Schild aufgestellt: Geld mitnehmen verboten.


Sicherlich ist nicht Geld allein das Ziel und Bestreben wonach wir Menschen uns ausrichten und nachlaufen. Und doch waren wir alle zur gegebenen Zeit, der eine länger, der andere kürzer auf dieser Rennbahn unterwegs. Ein jeder auf der Suche nach Sinn und Erfüllung im Leben.


Wir waren einst Tod durch Übertretung und Sünde, in denen wir gelebt haben nach dem Lauf dieser Welt gemäß dem Fürsten der in dieser Welt herrscht. Gott aber sei Dank, dass er uns in Christus Jesus lebendig gemacht hat und in seine Nachfolge gestellt hat. Und nun gilt es diesen Lauf mit Christus zu vollenden.


Das Leben der Gläubigen ist kein Spaziergang auf einer grünen weichen Wiese. Es ist ein Lauf, in dem es gilt, alle verfügbaren Kräfte und Bemühungen dranzusetzen, um das Ziel zu erreichen.

Ein Hochleistungssportler wird nur dann einen Preis erlangen, wenn er sich auf das Ziel konzentriert, in Disziplin sein Leben führt, und Ausdauer beweist in seinem Tun. Der Apell heißt also für uns:

Strebe als Christ nach dem Himmelreich, wie ein Sportler nach der Goldmedaille.

Dazu gilt es, das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren.


Halte im Gedächtnis Jesus Christus! In Hebräer 2,1 heißt es:

Darum sollten wir desto mehr auf das achten, was wir gehört haben, damit wir nicht etwa abgleiten. Und in Kapitel 12 werden wir aufgefordert hinzuschauen auf Jesus den Anfänger und Vollender des Glaubens. Achte doch auf Ihn.

Der Teufel wird alle Kraft und List daransetzen, um unsere Blicke durch irdische und vergängliche Dinge vom Ziel abzuwenden. Dem müssen wir durch Enthaltsamkeit entgegenwirken.


Jeder aber, der sich am Wettkampf beteiligt, ist enthaltsam in allem… 1. Korinther 9, 25a. Diese Eigenschaft ist unumgänglich, wenn es darum geht den Lauf als Sieger zu absolvieren. Weiter spricht Paulus:

Ich bezwinge meinen Leib… Er kämpft getrieben durch den Heiligen Geist gegen sein eigenes Fleisch, dass zur Begierde und Ausschweifung verführt. Lasst uns hierbei ein Beispiel nehmen und in demselben Eifer unserem Leib den Kampf ansagen.

So lasst uns jede Last ablegen und die Sünde, die uns so leicht umstrickt, und lasst uns mit Ausdauer laufen in dem Kampf, der vor uns liegt.


Nun ist es leider mit uns Menschen oft so, dass gute Vorsätze nicht lange in der Praxis zur Ausführung kommen. Das Feuer und die Motivation erlöschen manches Mal schon kurz nach dem Start.


Die Herausforderungen der Nachfolge und die konstante Belastung müssen wir in Ausdauer überwinden. Wie aber komme ich zu dieser Ausdauer? Hebräer 12,3 gibt eine Antwort: Achtet doch auf ihn, der solchen Widerspruch von den Sündern gegen sich erduldet hat, damit ihr nicht müde werdet und den Mut verliert! An dieser Stelle schließt sich der Kreis. In Jesus Christus ist uns alles geschenkt, was wir nötig haben, um in der Rennbahn zu siegen und den Lohn zu erreichen. Er ist unsere Ausrichtung und Ziel. Er gibt Kraft zum Wandel in Enthaltsamkeit. Er ist die Quelle, von der wir täglich schöpfen dürfen, um nicht müde und mutlos zu werden.


Gott gebe die Gnade, dass wir mit Paulus einst alle einstimmen können:

Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet, den Glauben bewahrt. Von nun an liegt für mich die Krone der Gerechtigkeit bereit, die mir der Herr, der gerechte Richter, an jenem Tag zuerkennen wird, nicht aber mir allein, sondern auch allen, die seine Erscheinung lieb gewonnen haben. 2.Tim 4,7-8

Artur Weiss

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