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Jesus lebt

Liebe Gemeinde, lieber Leser,

in den vergangenen Tagen genossen wir ein sehr wechselhaftes Wetter. In kurzer Zeit wechselten sich Sonne und Regen, ja sogar Schneeschauer ab, warme Nachmittage und frostige Nächte. Erlebten die Jünger des Herrn Jesus nicht ähnlich Wechselhaftes in Bezug auf ihren Meister, wenn wir an die aktuellen Feiertage denken?


Palmsonntag – Gründonnerstag – Karfreitag – Auferstehungssonntag!

Freude – Trauer – Bestürzung und Angst – Jubel!


Wenige Tage nachdem Jesus unter den herrlichen Worten „Hosianna! Gepriesen sei der, welcher kommt im Namen des Herrn, der König von Israel!“ in Jerusalem einzog, sagt er seinen Jüngern wiederholt, dass einer von ihnen ein Verräter ist. Der Satan erfüllt das Herz des Judas, eines Jesus-Jüngers. Sie haben Gemeinschaft beim Passahmahl, sie singen den Lobgesang und gehen wie gewohnt in den Garten Gethsemane. Jesus sucht wie auch sonst die Stille zum Gebet. Doch diesmal ist alles anders. Seine Seele ist betrübt bis zum Tod, ihm graut sehr. Denn die Stunde ist nahe, und der Sohn des Menschen wird in die Hände der Menschen ausgeliefert. Judas, einer der Zwölf, kommt mit einer großen Schar mit Schwertern und Stöcken, sie legen Hand an ihn und nehmen ihn fest wie einen Räuber.


Natürlich, Jesus sagt es selbst, dass die Schriften der Propheten erfüllt werden müssen, aber wie grob ist der Judaskuss und wie schmerzt das Herz des Meisters als ihn alle Jünger verlassen und fliehen!? Nun ist die Stunde da, nun muss er den Kelch des Zornes Gottes bis auf den letzten Tropfen trinken. Hatte Jesus nicht selbst gesagt: „Niemand kommt zum Vater als nur durch mich!“? Musste er nicht den Willen des Vaters erfüllen, welcher will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen!? Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern ewiges Leben hat.


Jesus, das Lamm Gottes nimmt die Sünden der Welt hinweg. Gott hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm zur Gerechtigkeit Gottes würden. Von groben Händen wird Jesus abgeführt zu dem Hohenpriester Kajaphas, wo die Schriftgelehrten und die Ältesten versammelt waren. Die obersten Priester und die Ältesten und der ganze Hohe Rat suchten ein falsches Zeugnis gegen Jesus, um ihn zu töten. Aber sie fanden keines. Sie beschuldigen ihn schließlich ohne Grund der Gotteslästerung, spucken ihm ins Angesicht, schlagen ihn mit Fäusten, geben ihm Backenstreiche. Dann führen sie ihn vor Pilatus und verklagen ihn, doch Pilatus findet keine Schuld an diesem Menschen! Sie aber bestehen darauf ihn dem Tode preiszugeben. Sie bringen Jesus zu Herodes, welcher ihn samt seinen Kriegsleuten verächtlich behandelt, ihn verspottet und wieder zu Pilatus zurückschickt. Pilatus erklärt den obersten Priestern und führenden Männern und dem Volk, dass trotz Verhör an Jesus keine Schuld zu finden ist. Das einzige, was die religiöse Führung und das aufgestachelte Volk wollen rufen sie: Kreuzige ihn! Kreuzige ihn!


Pilatus übergibt Jesus schließlich zur Kreuzigung. Nun folgen Spott und Hohn, die Dornenkrone und der Gang nach Golgatha, der Schädelstätte. Die beauftragten römischen Soldaten kreuzigen ihn und mit ihm zwei Räuber. Unter die Gesetzlosen hat man ihn gerechnet. Diese liebevollen Hände werden durchbohrt. Die Lästerungen der Vorübergehenden, den Spott der obersten Priester samt den Schriftgelehrten und Ältesten muss Jesus nun ertragen. Verachtet war er und verlassen von den Menschen, ein Mann der Schmerzen und mit Leiden vertraut. Fürwahr, er hat unsere Krankheit getragen und unsere Schmerzen auf sich geladen. Doch er wurde um unserer Übertretungen willen durchbohrt, wegen unserer Missetaten zerschlagen; die Strafe lag auf ihm, damit wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt worden.


Schließlich ruft Jesus »Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?«, denn der HERR warf unser aller Schuld auf ihn. Jesus wurde misshandelt, aber er beugte sich und tat seinen Mund nicht auf, wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird, und wie ein Schaf, das verstummt vor seinem Scherer und seinen Mund nicht auftut.


Nur wenige, aber bedeutende Worte spricht Jesus zuletzt: Es ist vollbracht! Und er neigte das Haupt und übergab den Geist. Da riss der Vorhang im Tempel von oben bis unten entzwei – der Weg zum Vater ist nun frei. Jesus, der Sohn des lebendigen Gottes starb und uns dadurch ew‘ges Leben erwarb.


Der Leib Jesu wird nun herabgenommen, in Leinwand gewickelte und in ein in Felsen gehauenes Grab gelegt, worin noch niemand gelegen hatte.


„Er fand am Kreuz den Tod, er der doch selbst war Gott, groß waren Angst und Schmerz, bekümmert war ihr Herz, doch kehrte sich ihr Leid in herrlich große Freud, in dunkler Gruft er lag, dann kam der große Tag: Siegreich er auferstand, nun ist der Tod gebannt, vor ihm die ganze Hölle bebt, ruft seinen Namen aus, tragt ihn in jedes Haus, sagts allen weiter: Jesus lebt.“ (Liedtext nachO.J. Smith/ deutsch: B.Mayer)

Am ersten Tag der Woche aber kamen Frauen am frühen Morgen zum Grab und fanden den Stein von dem Grab weggewälzt und den Leib des Herrn Jesus nicht darin. Da sprachen Engel zu ihnen: Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, sondern er ist auferstanden!

Liebe Kinder Gottes, wenn wir nur in diesem Leben auf Christus hoffen, so sind wir die elendesten unter allen Menschen! Nun aber ist Christus aus den Toten auferweckt; er ist der Erstling der Entschlafenen geworden.


Liebe Gemeinde, diese Tatsache gibt uns Gewissheit und Zuversicht. Unser Glaubensleben darf nicht so wechselhaft sein, wie das Wechselbad der Gefühle bei den Jüngern damals. Unsere Heilsgewissheit darf nicht so schwankend sein, wie das Wetter in diesen Apriltagen. Darum sei nicht ungläubig, sondern gläubig!


Jesus lebt! Halleluja! Jesus hat gesiegt! Jesus ist der Herr über Zeit und Ewigkeit!


Jesus erniedrigte sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuz. Darum hat ihn Gott auch über alle Maßen erhöht und ihm einen Namen verliehen, der über allen Namen ist, damit in dem Namen Jesu sich alle Knie derer beugen, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen, dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters.


Jesus Christus, der Herr ist auferstanden! Wahrhaftig auferstanden!


Wir wünsche allen ein frohes Auferstehungsfest und andauernde Freude über das vollendete Erlösungswerk unseres Herrn Jesus Christus.

Daniel Wolf

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